Alle über Leder

Nappaleder ist ein glattes, matt glänzendes und geschmeidiges Leder. Dazu wird die Seite der Haut verwendet, auf der vor der Gerbung die Haare waren.


Veloursleder
ist geschliffenes, samtartiges bis raues Leder. Dazu wird die Rückseite der gegerbten Haut geschliffen. Veloursleder wird oft Wildleder genannt. Das ist nur richtig, wenn es sich um die Felle von Elch, Hirsch, Reh und Gemse, Antilope oder anderen wildlebenden Tieren handelt.


Nubukleder ist auch ein Rauleder, das jedoch, im Gegensatz zu Veloursleder, auf der Seite angeschliffen wird, auf der vor der Gerbung die Haare waren. Nubukleder ist feiner und etwas schmutzempfindlicher als andere Rauleder, weil sein Schliff kurzfaserig ist.


Nappato ist ein Veloursleder, bei dem die Oberfläche mit einer Beschichtung versehen ist. Dadurch erhält das weiche und leichte Veloursleder die gewünschte Nappa-Optik. Dunkle Farben sind weniger empfindlich als helle.


Lamm- und Schafspelzvelours werden mit der Wolle nach innen getragen. Die Eigenschaften der Felle werden bestimmt vor allem vom Klima, in dem die Lämmer und Schafe leben: je kälter, desto dicker, je wärmer, desto dünner das Fell.


Nappalan ist ein Pelzvelours, dessen ursprüngliche Veloursseite mit einer Beschichtung versehen ist. Dadurch entsteht die gewünschte Nappa-Optik.

Der Verbraucher sollte es wissen: Was hat Lederbekleidung mit Tierschutz zu tun?
Häute, die zu Leder gegerbt und zu Lederbekleidung verarbeitet werden, stammen vom Rind, Kalb, Schaf, Lamm, Ziege oder Schwein. Alle genannten Tiere werden mehr oder weniger tierfreundlich für den Massenfleischkonsum gezüchtet. Steigt der Fleischbedarf, liefern die Schlachthöfe mehr Häute an die Gerbereien. Sinkt die Lust auf Fleisch, fallen weniger Häute für die Weiterverarbeitung an. Hier entsteht das Abfallprodukt "Haut", was zu Leder verarbeitet wird. Würden diese Häute nicht zu Leder verarbeitet, hätten wir Berge stinkender Häute auf der Welt, es wäre ein Entsorgungsproblem.
Kein Tier wird gezüchtet, weil die Lederjacke "in" ist!
Das Geschäft dreht sich einzig und allein um den Fleischkonsum. Exotenhäute und Edelpelztiere werden für Lederbekleidung nicht eingesetzt. Gewaltige Massen an Tierhäuten fallen täglich weltweit an. Ein Glück, daß es Gerber gibt, die dieses stinkende, schnell verwesende Abfallprodukt "Haut" verarbeiten. Der Gerber betreibt modernes Recycling!
Solange der Welthunger vorrangig mit Fleisch gestillt wird, fallen Tierhäute an, und der Gerber ist gefordert, diese Häute in Leder umzuwandeln. Diese haben sich zu richtigen "Lederkünstlern" entwickelt.